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Lego & Videospiele eine interessante Kombi!

Ich bin als Kind mit Game Boy und Super Nintendo aufgewachsen. Ein Nintendo Entertainment System (NES) habe ich nie selbst besessen. Natürlich wusste ich, dass es diese Konsole gibt und in den Geschäften habe ich diese Wunderkiste und die dazugehörigen Spiele gesehen, aber wir haben nie zusammengefunden. Ganz schwach erinnere ich mich, dass ich einmal bei einem Schulkameraden ein NES bestaunen durfte, aber wenn ich mich nicht irre, habe ich es nicht einmal angespielt. Ende der 80er Jahre war ich einfach noch der Actionfiguren- und Lego-Typ und Konsolen waren bei uns nicht so präsent. Klar, der Game Boy und der Walkman waren immer dabei, aber das war es dann auch schon mit der Technik. 

Ich habe also die NES-Zeit verpasst und bin dann in den 90er Jahren über das SNES in die Welt der Heimvideospielkonsolen eingestiegen. Mein erster Kontakt mit NES-Spielen war, als Super Mario All-Stars auf dem Super Nintendo erschien. Schon lange vorher hatte ich in Computerzeitschriften über die Mario-Spiele gelesen und mich darauf gefreut, sie selbst spielen zu können. Da ich aber ein "Super Mario World"-Kind bin, konnte ich nur mit dem 3. Teil etwas anfangen, schließlich baut der eine auf dem anderen auf. Auch wenn ich mit diesem Modul viel Spaß hatte, scheint es doch nicht das Gleiche zu sein, NES-Spiele auf anderen Konsolen zu spielen. 

 

Immer wieder schaue ich mir die angebotenen NES-Konsolen an. Am liebsten natürlich in der Originalverpackung mit Super Mario Bros. 1 oder 3 im Bundle, denn schließlich kenne ich das NES eher aus dem Spielzeugladen, wo die schönen Verpackungen verkaufsfördernd präsentiert wurden. Die Boxen mit den neugierig machenden Artworks haben es mir wirklich angetan, sie geben mir ein Retro-Gefühl und eigentlich müsste ich so eine Box zu Hause haben. Aber es scheitert immer am Preis. Ich würde mir so ein Set nur kaufen, um die Box anzuschauen, mehr nicht. Auch wenn die Spiele in tollen Verpackungen mit coolen Boxarts angeboten werden, werde ich sie wahrscheinlich nicht spielen. Um NES-Spiele zu spielen, habe ich mein Mini NES und das reicht mir völlig. Schließlich spiele ich die Spiele nur ab und zu und nie durch. 

Jetzt hat Lego mit dem Collectors Set des Nintendo Entertainment Systems etwas ganz Besonderes herausgebracht. Gerade mit dem Fernseher und dem beweglichen Mario finde ich das Set einfach toll. Ich habe es mir nicht sofort gekauft, aber ich habe von Anfang an damit geliebäugelt. Zwei Jahre sind vergangen und dann kam die Zeit, in der ich mein Sammlerzimmer mal wieder aufgeräumt und Platz geschaffen habe, um den Raum für das zu nutzen, wofür er gedacht war, nämlich in Erinnerungen zu schwelgen. So wie ich es immer vorhatte. Aber jedes Mal stopfe ich alles wieder voll mit Dingen, die ich noch fotografieren oder verkaufen will. Dann frustriert mich die Unordnung und ich lasse den Raum, Raum sein. Also habe ich mir beim letzten Aufräumen gesagt, ich muss mich mal wieder mit meiner Sammlung beschäftigen und da habe ich die Klemmbausteine für mich wiederentdeckt. 

Als Erstes habe ich mir den Mega Bloks Snake Mountain vorgenommen, als MOTU-Sammler fängt man natürlich damit an (Memo an mich selbst, hier braucht es noch einen Artikel). Nach der Fertigstellung von Burg Drachenstein suchte ich nach einem neuen Projekt, aber was sollte es sein? Ich habe mir das eine oder andere Set angeschaut und ehrlich gesagt hat mich nichts überzeugt, das lag vor allem an den hohen Preisen. So stand für mich fest, dass ich mich den vielen alten Legokisten aus meiner Kindheit zuwenden würde, schließlich liegen da genug Schätze herum. 

 

Nun war es schon November 2021 und ich musste mich um die Weihnachtsgeschenke für unsere Kinder kümmern. Unter anderem sollte unser Großer das Space Shuttle von Lego bekommen (es ist immer noch nicht zusammengebaut) und Smyths Toys hat eine große Lego-Rabattaktion gestartet. Also habe ich mich online auf die Suche gemacht und was bekomme ich für einen kleinen Taler dazu? Richtig, das Lego-NES-Set. Ich musste nicht lange überlegen und habe zugeschlagen. So habe ich mir selbst ein Weihnachtsgeschenk gemacht. Es sollte allerdings noch eineinhalb Jahre und mehrere Startversuche dauern, bis es endlich aufgebaut war.

Nachdem das gute Stück nun schon einige Zeit in der Garage verbringen musste, sollte nun endlich der Tag kommen, an dem ich die Box öffnen konnte. Der Bausatz in der großen Verpackung ist schon sehr beeindruckend. Dazu die beiden Anleitungen, die mehr Seiten haben als so manches Buch und die vielen Tüten!!! Ich war voll motiviert loszulegen. Aber viel weiter als das "Mario Bros."-Modul zu bauen bin ich nicht gekommen. Dann schlief alles wieder ein. So ging das ein paar Monate, immer wieder wurde was gebaut und dann war wieder ein Monat Ruhe. Ich glaube in den ersten paar Monaten habe ich nur 3 Beutel von den fast 30 Stück geöffnet. 

 

Es brauchte erst wieder einen Funken um die Leidenschaft für das Hobby zu entfachen, dieser kam in Form der Toyplosion 2023 in Castrop-Rauxel. Diese Veranstaltung hat dafür gesorgt, dass ich mich wieder in meine Hobbywerkstatt begeben wollte. Und nicht nur einmal, ich wollte dort regelmäßig Zeit verbringen und vor allem Ordnung schaffen. Also blieb mir nichts anderes übrig als das NES zusammenzubauen. Nach 3 weiteren Tüten hat es richtig Spaß gemacht. Ich wollte immer weiter bauen. Jedes Mal wurde ich von einem interessanten Teil oder einer faszinierenden Konstruktionslösung überrascht. Ich war gespannt auf das Endergebnis. 

 


Das Set überzeugt mit vielen interessanten Funktionen und tollen Farben. Es weckt ein richtiges Retrogefühl in einem. Wenn meine Kinder jetzt in mein Zimmer kommen, gehen sie oft zuerst zum Fernseher und lassen Mario hüpfen. 

 

Und was kommt dann? Der Atari, der DeLorean oder was von MOTU? Ich lasse mich überraschen. 

Wenn nicht anders angegeben, gilt für alle Bilder: Aufnahmen & Gestaltung Dunken.