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Technik wie in Wirklichkeit

Im März 2023 hieß es für mich und meine Familie, eine gemeinsame Auszeit zu nehmen und den Alltagsstress hinter uns zu lassen. Das galt natürlich auch für mein Hobby, aber ganz ohne ging es dann doch nicht. Kurz vorher sah ich auf Facebook ein Angebot für einen gebrauchten Lego-Technik-Baukasten und dachte mir "oh cool, das wolltest du doch schon immer mal bauen", schließlich hatte meine Frau ausdrücklich gesagt: "Packt euch ein Puzzle ein!".

 

Gesagt, getan, der Bausatz mit dem schlichten Namen 856 wurde gekauft und traf genau einen Tag vor der Abreise ein. 

 

Ich war noch nie der große Lego-Technik-Bauer. Als Kind hatte ich nur ein Set, an das ich mich erinnern kann. Es war das Set: "8660 3-achsiges Expeditionsfahrzeug mit Ketten-Schneepflug und Actionfiguren für Polarforschung" (siehe Katalog 1979). Allerdings konnte ich weder mit dem Fahrzeug noch mit den übergroßen Figuren etwas anfangen. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich den Schneepflug je richtig zusammengebaut habe. Eigentlich kann ich mich nur daran erinnern, dass seine Spezialteile, wie die Skier oder die Figur, immer wieder in den großen Sammelkisten mit losen Steinen auftauchten und im Weg waren.

 

Aber irgendwie waren die Lego-Technik-Artikel immer präsent und beeindruckend. Aus den "angedeuteten" roten Sportwagen der 80er Jahre sind bis heute voll funktionsfähige Bulldozer und Landmaschinen mit tausenden von Teilen geworden. Ich habe mich jedenfalls einmal auf diese Zeitreise begeben und muss sagen, ich war beeindruckt.

 

 

Zuerst muss ich die Verpackung loben, auch wenn sie schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, war sie noch gut in Schuss. Das Besondere ist aber die Qualität, die Lego damals bei den Umverpackungen an den Tag gelegt hat. Man merkt sehr schnell, dieses Set kann man aufbauen, wieder verpacken, wieder aufbauen, wieder verpacken... usw. Die Schachtel war nicht nur aus Pappe, sondern zur besseren Stabilität mit Styropor ausgekleidet. Aber nicht nur langweilig weiß, sondern bedruckt. Es gab stabile Fächer, in denen die Teile sortiert aufbewahrt werden konnten und für die Anleitung gab es ein verschließbares Fach im Deckel. Wie genial ist das denn!!!

 

Ich finde es auch immer wieder schön, auf solchen Verpackungen einen alten Preisaufkleber zu finden. Was wurde damals dafür bezahlt und wo wurde der Artikel verkauft oder wenn es sogar mehrere sind, wie wurde der Artikel im Preis reduziert? Viele Sammler entfernen ja diese Preisaufkleber von den Verpackungen, egal ob es Lego, Videospiele oder Actionfiguren sind, für mich ist das genauso interessant wie das Sammlerstück selbst.

 

Ja, das hat mich wirklich beeindruckt. Und das Gefährt hat mich auch überrascht. Zwar im Vergleich zu den heutigen Lego-Technik-Baukästen eher langweilig, aber für die damalige Zeit sehr durchdacht und mit überraschenden Funktionen. Ebenso die interessanten Bautechniken, um die jeweiligen Bewegungen zu ermöglichen.

 

Was ich beim Zusammenbau nicht erwartet hatte, war die recht dünne Anleitung. Wenn man bedenkt, dass die heutigen Lego-Anleitungen so detailliert sind, dass man pro Bild die benötigten Teile aufgelistet bekommt, dann noch markiert wo diese hingehören und auch noch farblich hervorgehoben wird, ist man nicht darauf vorbereitet, was einen hier erwartet.  Es waren ca. 20 Bilder, alle nur aus einer Perspektive und evtl. die Teile im Extrafenster welche hierhin gehören. Nur hat das nicht immer gepasst und die Perspektive hat es einem richtig schwer gemacht, da man teilweise Steine nicht sehen konnte, da galt mehr die Regel: Wenn hier einer hingehört, dann auch auf der anderen Seite, ätsch. 

 

Aber es hat richtig Spaß gemacht, der Schwierigkeitsgrad war schon was Besonderes und es kam ein richtiges Puzzle-Feeling auf. 

 

Am meisten hat mich gefreut, dass das Set bis auf drei weniger wichtige Steine komplett und sauber war. Nachkaufen wird kein Problem sein. Die originalen Gummibänder wird es zwar nicht mehr geben, aber eine Alternative ist sicher schnell gefunden. 

 

 

Nach dem Bauen hatte ich sofort Lust auf mehr. Was gibt es noch für Sets von damals, was hatte ich selbst als Kind, was kosten sie heute und sind sie begehrt? Ich habe mich dann auf die Suche gemacht, nicht nur um irgendwann weitere Sets zu bauen, sondern auch um diesen Artikel zu schreiben. Am meisten haben es mir dann die Prospekte von damals angetan und die will ich euch nicht vorenthalten, schaut mal in den Almanach, dort findet ihr alles, was ich schon zu dem Thema digitalisieren konnte. 

 

Und die passenden Werbespots aus den 70er & 80er Jahren waren auch toll. Zwei davon habe ich mal auf meinem YouTube-Kanal zusammengeschnitten. 

 

Jetzt bin ich selber ein bisschen gespannt, was noch alles in meiner Sammlung landet oder nur auf der Durchreise ist. Den Anfang wird wohl das Set machen, mit dem ich als Kind nichts anfangen konnte...

Bild: Scan Lego Katalog
Bild: Scan Lego Katalog

Wenn nicht anders angegeben, gilt für alle Bilder: Aufnahmen & Gestaltung Dunken.